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Nach den Schrecken des ersten Weltkriegs und der spanischen Grippe kam der Boom der 1920er Jahre: Musik, Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft, Fortschritt. Einige schlaue Köpfe meinen, das könnte sich wiederholen.

9,5 Millionen tote Soldaten, unzählige Verwundete, Hungersnöte und Unruhen in Europa – die Welt war 1918 bereits dunkel genug bevor die spanische Grippe in 3 Wellen zwischen 20 und 100 Millionen Menschen weltweit dahinraffte. Doch auf diese dunkle Zeit folgte in den USA und Europa eine sagenhafte Zeit des Fortschritts auf vielen Ebenen. Kunst und Kultur erblühten. Musik, Theater und bildende Künste erlebten einen kreativen Urknall. Konservative Gesellschaftsstrukturen brachen auf und machten Platz für die Moderne, wie wir sie kennen.

Während die meisten Menschen bei den wilden 20er Jahren (in den USA die roaring 20s) an ausschweifende Partys in Berlin, Paris und New York denken, vergessen sie dabei, dass auch Wissenschaft und Wirtschaft rasante Fortschritte verzeichneten. Traktoren vervielfachten die Produktivität in der Landwirtschaft, Fließbänder die in Fabriken. Massenproduktion machte viele Produkte zum ersten Mal erschwinglich und legte den Grundstein für eine Konsumgesellschaft. Und in den USA, die von den politischen und wirtschaftlichen Nachkriegswehen Europas verschont blieben, erlebten die Börsen einen nie gekannten Boom.

Kann sich dieses Szenario wiederholen? Covid19 hat die Welt an den Rand des wirtschaftlichen Abgrunds gebracht und noch wissen wir nicht, ob und wann Medikament und/oder ein Impfstoff den Weg frei für unbeschwerten Alltag machen. Aber einige kluge Denker sind der Meinung, dass uns 100 Jahre nach den „Roaring Twenties“ wieder ein paar Jahre bevorstehen könnten, in denen auf die Depression die Aufbruchsstimmung einer neuen Generation folgt.

Catherine Wood, CEO und CIO von ARK Invest aus den USA glaubt, dass die deflationären Tendenzen nur Ausduck enormer Effizienzsteigerungen dank neuer Technologien sind (hier). Terry Smith, CEO des britischen Vermögensverwalters Fundsmith zieht direkt Parallelen zu den 1920er und verweist auf die enormen Wachstumszahlen in Bereichen wie E-Commerce (hier). Und Bestseller-Autor und Blogger Ed Yardeni stellt konkrete Technlogien vor, die in den kommenden Jahren für einen Boom sorgen könnten (hier):

  • Video-Konferenzen machen Arbeit von zu Hause effizienter und geben Studenten die Möglichkeit, Massenvorlesungen zu ersetzen.
  • Telemedizin verringert Wartezeiten und macht Arztpraxen effizienter.
  • Der Nachfolger für 5G steht schon in den Startlöchern. Übertragungsraten, die noch einmal 100 mal schneller sind als 5G, sind möglich.
  • Bei der Automatisierung stehen Robotik und 3D-Druck dank ständiger Verbesserungen und Kostensenkungen vor dem Durchbruch in immer neue Märkte
  • Solid-State Batterien sollen 2025 markfähig sein und dann die Reichweite von Elektroautos vervielfachen können

Wie immer gilt: History does not repeat, but it rhymes. Eine exakte Kopie der 1920er werden wir wohl nicht erleben. Aber es ist beruhigend zu sehen, dass es in diesen Zeiten düsterer Nachrichten auch Lichtblicke gibt. Erlauben wir uns also etwas Optimismus!