Corona als Katalysator, Patente als Indikator

Die Corona-Krise beschleunigt Innovation und innovativere Unternehmen setzen sich an der Börse ab. Wie Patente helfen können, diese zu identifizieren.

Video-Konferenzen, kontaktloses Bezahlen, E-Commerce – manche Branchen erleben einen wahren Corona-Boom. Aber neben diesen offensichtlichen Krisengewinnern, Unternehmen die ein möglichst kontaktfreies Leben und Arbeiten ermöglichen, gilt ganz allgemein: innovative Unternehmen kommen deutlich besser durch die Corona-Krise als nicht-innovative Wettbewerber. Neuestes Beispiel: SAP. Während der Software-Riese mit der Umstellung auf Cloud-Service kämpft und seine Finanzziele kappen muss, eilen Cloud-Anbieter wie Splunk, Coupa Software und Co von Rekordumsatz zu Rekordumsatz. Die Wertentwicklung der entsprechenden Aktien ist dementsprechend.

Um das Phänomen zu quantifizieren, haben wir die Performance der weltweiten Branchenindizes seit Jahresbeginn verglichen. Um zu unterscheiden, in welchen Branchen besonders viele innovative Unternehmen stecken, haben wir uns den globalen Patentdatenbanken bedient. In grün sehen Sie die Branchen mit besonders hohem Anteil an Unternehmen, die Forschungs- und Entwicklungsausgaben aufweisen und entsprechend Patente anmelden. In rot sehen Sie die Branchen mit dem niedrigsten Anteil:

Ein Blick genügt: Patentstarke Branchen lieferten Anlegern 2020 deutlich bessere Ergebnisse. Dies schlägt sich auch in der Performance unseres Aktienfonds Quant IP Global Innovation Leaders nieder. Aber viel wichtiger als die Performance in diesem einen Jahr: Weil sich Krisen ähneln, entwickeln sich Aktien von innovativen Firmen tendenziell in Krisen besser. Dies sehen wir in unseren Backtests. Dort erreichen patent-basierte Portfolios auch in der Finanzkrise deutliche Outperformance. 2008 verlor das Backtest-Portfolio unseres Fonds 3 Prozentpunkte weniger als die Benchmark, in der anschließenden Rally 2009 lag die Outperformance bei 15 Prozent!

Unsere Erklärung für die extreme Outperformance von Patentstrategien in Krisenzeiten: Innovativere Unternehmen können sich schneller an neue Gegebenheiten anpassen. Veränderung und die Gestaltung von Veränderung steckt im besten Fall in der Firmen-DNA. Und Krisen wirken dann wie ein Brennglas. Sie lassen Geschäftsmodelle, die vorher schon nicht mehr zukunftsfähig waren, endgültig zusammenbrechen. Sie zwingen Kunden, sich mit neuen Produkten (siehe Video-Konferenzen und Kontaktloses Bezahlen) auseinanderzusetzen und ebnen so den Weg für Innovation.

Investieren in innovative Unternehmen und die Nutzung von Patentdaten dazu hat sich in den vergangenen 2 großen Krisen bewährt. Aber es ist keine Krisen-Strategie. Innovation wird sich langfristig immer durchsetzen, das zeigen unsere Backtests seit 1995. Aber in Krisenzeiten legen Gesellschaft und Wirtschaft einen Sprint ein, bei dem deutlicher als sonst wird, wer trainiert hat und wer nicht.

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